12.03.2025
Das Picasso Museum in Málaga zeigt seine Skizzenbücher von Royan



Zwei Skizzen-Bücher als Beispiel


Royan zwischen Atlantik und der Mündung der Gironde gelegen, ist die Hauptstadt des Pays Royannais, bekannt für ihre feinen Sandstrände. Es ist einer der Badeorte am Atlantik von Frankreich. Hierhin kam Pablo Picasso zwischen 1939 und 1940, somit zeitgleich mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges am 1. September 1939. Für ein Jahr war Royan, aus Paris kommend, sein neuer Arbeitsplatz. Das Picasso Museum Málaga zeigt zum ersten Mal seine acht Skizzenbücher, die er während seiner Zeit in Royan realisierte zusammen mit Zeichnungen, Gouachen, Gemälden, eine seiner Paletten, das zusammen mit Werken seiner Partnerin, der Künstlerin und Fotografin Dora Maar. Royan war eine besonders produktive Arbeitsphase in Picassos Leben.

Obwohl er stets Reisen nach Paris unternimmt, bleibt er von September 1939 bis August 1940. In seiner Begleitung neben Dora Maar der Freund und Sekretär von Picasso, Jaime Sebartés. Über diese Zeit in Royan schreibt Sebartés in seinen Memoiren: »Picasso-Portrait und Erinnerungen«. Dazu gehörte auch der Hund Picassos Kazbek, ein Saluki an den der Maler die Lämmerköpfe verfütterte, die ihm in dieser Zeit auch eine Inspirationsquelle waren.

Das Atelier richtete Picasso im Erdgeschoss der Villa Gerbier de Jonc ein. In dem Haus hatte er bereits seine Geliebte Marie-Thérèse Walter mit der Tochter Maya untergebracht. Ab Januar mietet er eine neue Werkstatt in dem Wohnhaus mit Namen Les Voiliers in der Nähe des Hafens von Royan. Er war vom Licht wie vom Panoramablick angezogen.

Seine acht Skizzenbücher zeigen nicht nur Ideen für neue und größere Werke, sondern veranschaulichen auch wie Picasso Herangehensweise an die Form, zeigen auch seine Arbeitsweisen sowie die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf ihn persönlich und künstlerisch. Sie geben Einblick in den kreativen Prozess des Künstlers wie seine außergewöhnliche Vielseitigkeit. Das Skizzenbuch 202 zeigt klassische Zeichnungen wie radikale Darstellungen von Dora Maar bis zu Skizzen von Stierkämpfen, ein Thema, was bei ihm immer präsent war. Es zeigt auch die Entwicklung seines Ansatzes im Umgang der Vereinfachung von Kopf und Körper.

Es enthält auch erste Zeichnungen eines Frauenkopfes, später zu finden in dem Gemälde »Für das griechische Volk«. Im Mai 1946 übergab Picasso das Werk der Stadt Athen als einen Teil der Spende französischer Künstler, um den Widerstand nach dem Zweiten Weltkrieg zu zollen. Da gab es bereits in Griechenland einen Bürgerkrieg bis 1949. Signiert ist das Bild mit »Dem griechischen Volk als Hommage 1946 Picasso«.

An seiner Arbeit »Woman Dressing her Hair« begann er im Atelier am Hafen und wurde 1940 fertiggestellt. Es wurde vom Museum of Modern Art in New York für die Ausstellung in Málaga ausgeliehen. Dieses Werk spiegelt zahlreiche bahnbrechende Ideen wie Experimente mit der Form und Zusammensetzung von Figuren wider wie Picasso sie sah, markieren in seinen Skizzenbüchern einen Höhepunkt des weiblichen Akts. In den meisten dieser Skizzen ist die Frau eine Brünette wie Dora Maar.

Die Ausstellung enthält auch Werke von Dora Maar, die in diesen Monaten in Royan entstanden. Bereits die Entstehung von Guernica im Jahr 1937 als Beitrag Spaniens für die Weltausstellung in Paris hat Maar bereits dokumentiert. Am 24. August 1940 verlässt Pablo Picasso gemeinsam mit Dora Maar, Sekretär Jaime Sebartés Royan für immer, geht zurück ins von Krieg und Besetzung zerrissene Paris.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Marilyn McCully und Michael Raeburn, ehemaligen Professoren für Kunstgeschichte an der Princeton University USA, die seit Jahren in zahlreichen Picasso Projekten arbeiten. Die Ausstellungsgestaltung ist von Cécile Degos in Zusammenarbeit mit der Fundación Almine und Bernhard Ruiz-Picasso.

Bis zum 30. April im Museum Picasso Málaga – Der Katalog »Picasso: Los cuadernos de Royan«, 148 Seiten, spanisch/englisch - 46,50 EUR
khw


Lammköpfe


Pablo Picassos Royan

Im Atelier in Royan - Picassao und sein Sekretär J. Sebartés