08.06.2026
Bucerius Kunst Forum: F. C. Gundlach YOU’LL NEVER WATCH ALONE

Die Ausstellung F. C. Gundlach richtet den Fokus auf sein Wirken als Fotograf, Galerist, Sammler, Unternehmer, Netzwerker, Kurator und Stifter. Im September 2003 war er der Gründungsdirektor des Hauses der Photographie in den Deichtorhallen in Hamburg.

Die Leidenschaft für die Fotografie wurde bei ihm bereits im Alter von 10 Jahren geweckt. Er bekam in dieser Zeit seine erste Fotokamera – eine AGFA-BOX. Die ersten Fotos macht er von seinem jüngeren Bruder Gerhard. Am 16. Juli 1926 im Hessischen Heinebach geboren, lag die Photographie im Elternhaus, sie führten eine Gastwirtschaft, nicht vor. Nach dem Schulabschluss im Jacob-Grimm-Gymnasium in Rotenburg/Fulda musste er Soldat werden erlebte auch die Kriegsgefangenschaft. Von 1947 bis 1949 lernte er auf der privaten Lehranstalt für Moderne Lichtbildkunst bei Rolf W. Nehrdich in Kassel das Handwerk. Anschließend arbeitete er als Assistent in verschiedenen Fotostudios, so bei Ingeborg Hoppe in Stuttgart und Harry Meerson in Paris. Als freiberuflicher Fotograf veröffentlichte er in allen Magazinen und Illustrierten Fotos. Mit der Arbeit für die in Hamburg erscheinende Zeitschrift Film und Frau kam seine Entscheidung für die Modefotografie. So wurde er der Fotograf der deutschen Modeschöpfer und auch der Pariser Haute Couture. Ein Schwerpunkt wurde die Modereportagen mit Filmstars und Mode sowie Künstlerporträts u. a. Romy Schneider, Hildegard Knef, Dieter Bohrsche und Jean-Luc Godard. Für Zeitschriften Stern, Annabelle, Twen und weitere Zeitschriften unternahm Gundlach Mode- und Reporterreisen in den Nahen und Fernen Osten, nach Mittel- und Südamerika, später dann nach New York und der US-Westküste.

Um die Infrastruktur für die Photographie zu verbessern, gründete er im Bunker an der Feldstraße in Hamburg die Firma CC (Creative Color GmbH.) daraus wurde das fotografische Dienstleistungsunternehmen Professional Photo Service (PPS) mit Schwarzweiß- und Farblabor, Equipment-Handel, Mietstudios und Fachbuchhandel. Die PPS Galerie F. C. Gundlach von 1975 bis 1992 präsentierte mehr als 100 Ausstellungen darunter von Irving Penn und Nan Goldin und weiteren Fotografen.

Die Ausstellung im Bucerius Kunst Forum nimmt Gundlachs Werk als Ausgang, um die Entstehung der Fotokulturellen Szene seit den1950er Jahren die Relevanz von Photographie für gesellschaftliche Strömungen zu beleuchten. Der Titel der Ausstellung weist darauf, dass Photographie nie isoliert geschieht. Seine Allianzen die er mit anderen einging, reichten von Paris über New York bis nach Tokio – einmal um die Welt -verbanden Verlagswesen, Fotoindustrie, Galerieszene und Museumswelt. Seine Kontakte mit Menschen waren immer Inspiration, auch um neue stilistische Formen für das eigene Werk auszuprobieren.

Das gab ihm als Fotograf und Förderer die Impulse. Diese Offenheit und große Neugierde floss ebenso in seine Sammeltätigkeit ein. Das beleuchtet die Ausstellung. Sie zeigt aber auch wie eng die Photographie mit kulturellen und sozialen Entwicklungen verbunden ist, auch wie Gundlachs Visionen für das heutige Bildverständnis waren.

Die Ausstellung zeigt 130 Photographien von F. C. Gundlach und 70 Werke aus seiner Sammlung, die miteinander in Beziehung gesetzt werden. Darunter sind Werke von Erwin Blumenfeld, Richard Avedon, Regina Relang, Cindy Sherman und vielen anderen.

Als Wahl-Hamburger hat F. C. Gundlach maßgeblich zur Etablierung einer Fotokultur in der Stadt beigetragen.
khw


Bucerius Kunst Forum – F. C. Gundlach YOU’LL NEVER WACHT ALONE
bis zum 16. August 2026

Alter Wall 12 - 2o547 Hamburg
Täglich 11–19 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr, Eintritt 12 €
Der Katalog kostet in der Ausstellung 39,90 €