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28.01.2026
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Dava Sobel: Die Elemente der Marie Curie
Wie Radium Frauen den Weg in die Wissenschaft leuchtete
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Die Autorin Dava Sobel erzählt die Geschichte der berühmtesten Frau der Wissenschaft Marie Sklodowska Curie, die am 7. November 1867 in Warschau, damals noch Teil des russischen Zarenreichs war, geboren wurde.
Da Frauen in Warschau nicht zum Studium zugelassen wurden, ging sie nach Paris, beginnt Ende 1891 das Studium an der Sorbonne, dass sie mit Prüfungen in Physik und Mathematik 6 Jahre später beendete. Im Juli 1895 heiratet sie den Physiker Pierre Curie, das ist ihr Einstieg Ende 1897 in die Erforschung radioaktiver Substanzen, die seitdem der Schwerpunkt ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit bleibt. Sie haben zwei Töchter: Irène und Ève. Das Ehepaar Curie entdeckt 1898 das Radium und das Polonium als Zerfallsprodukt des in Pechblende enthaltenen Isotop Uran-238. Dafür bekommen sie gemeinsam 1903 die eine Hälfte des Nobelpreises für Physik. Im Alter von 46 Jahren stirbt Pierre Curie am 19. April 1906 bei einem Verkehrsunfall. Er gerät unter ein Pferdefuhrwerk und erlitt dabei einen Schädelbruch. Nach dem Unfalltod von Pierre werden ihr seine Lehrverpflichtungen übertragen. Zwei Jahre später hat sie einen Lehrstuhl für Allgemeine Physik, damit ist sie die erste Frau, die als Professorin an der Sorbonne lehrt. Als sich Marie Curie 1911 um einen Sitz in der Académie des sciences bewirbt, wird auch ihr Verhältnis zum Physiker Paul Langevin bekannt. In der Boulevardpresse wird sie persönlich angegriffen und als fremde Frau und Intellektuelle Jüdin bezeichnet. Die erhobenen Vorwürfe der „Langevin-Affäre“ werden Marie Curie für den Rest ihres Lebens begleiten.
Im Ersten Weltkrieg findet Marie als Radiologin ein neues Betätigungsfeld. Vom Radiologen Henri Béclère lernt sie die Grundlagen der Strahlenbehandlung, vermittelt das Wissen umgehend an Freiwillige weiter. Während des Krieges entstehen durch Spenden 20 radiologische Fahrzeuge und 200 Zentren. Ihre Erfahrungen während des Krieges beschriebt Marie Curie im Buch „La Radiologie et la Guerre“ das 1921 erscheint. Dem US-Frauenmagazin „The Delineator“ gibt sie 1920 ein Interview. Die Herausgeberin Marie Meloney ist ihr behilflich ein Gramm Radium zu besorgen, das für Marie Curie den unerschwinglichen Preis von 100.000 US-Dollar beträgt. Somit kann sie weiter forschen.
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Der Amerika-Besuch mit ihren Töchtern 1921 wird ein großer Erfolg, ihr werden 9 Ehrendoktortitel verliehen. Auf der zweiten US-Reise 1929 bekommt sie einen Scheck in Höhe von 50.000 Dollar zum Ankauf von Radium für das Institut in Warschau.
Marie Curie arbeitet auch für den Völkerbund, hat seit 1920 den Sitz in Genf. In der „Internationalen Kommission für geistige Zusammenarbeit“ wird auch Marie Curie als eine von zwölf vom Rat des vom Völkerbund ernannten Mitglieder.
Am 4. Juli 1934 stirbt Marie Curie im Alter von 66 Jahren im Sanatorium Sancellemoz bei Passy (Hochsavoyen) an einer Bluterkrankung, die auf ihren langjährigen Umgang radioaktiven Elementen zurückzuführen ist. Am 20. April 1995 werden die sterblichen Überreste von Marie und Pierre Curie mit einem Staatsbegräbnis ins Panthéon in Paris übergeführt.
Dava Sobel die in East Hampton, New York lebt, hat mit ihrem Buch „Die Elemente der Marie Curie“ eine lesenswerte, fassettenreiche Biografie geschrieben.
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Dava Sobel: Die Elemente der Marie Curie
Wie Radium Frauen den Weg in die Wissenschaft leuchtete
Berlin Verlag, Berlin 2025
375 Seiten – reich illustriert – 26,00 EUR
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