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28.01.2026
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Roman Haller: Vom Überleben ins Leben
Eine jüdische Biografie im München der Nachkriegszeit
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Der Autor Roman Haller ist das Kind zweier Holocaust-Überlebender. Die Eltern entkamen ihrer Vernichtung -zuerst im Keller eines Offiziers der Wehrmacht – dann später im Wald, es ist noch Krieg, unter ständiger Lebensgefahr und lebensfeindlichen Bedingungen kommt Roman in einem Bunker zur Welt. Weil ein weinendes Baby alle Insassen des Bunkers in Gefahr bringt, wurde die Frage nach seinem Tod gestellt. Doch dazu kam es nicht. Das Buch erzählt die Geschichte von Roman Haller und seinem weiteren Leben im Land der Täter.
Zum Geleit, so das Vorwort schrieb Prof. Dr. Andrea Löw: „Geschichten vom Überleben aus der Zeit des Holocaust sind kaum zu glauben. Das liegt daran, dass angesichts der totalen Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten unter Mitwirkung von Teilen der jeweiligen lokalen Behörden in Osteuropa kaum möglich war. Die Geschichte von Roman Haller ist eine solche Geschichte. Es grenzt an ein Wunder, dass er dieses Buch schreiben kann um so wunderbar war sein Überleben.
Roman Haller wurde im Mai 1944 im ostpolnischen Tarnopol (heute in der Ukraine: Ternopil) geboren. Das genaue Datum kennt er nicht. Er kam nicht in einem Krankenhaus oder einem sauberen Bett auf die Welt. Es gab keine Hebamme. Seine Eltern sollten zum Zeitpunkt seiner Geburt nicht mehr leben. Roman Hallers Geburt war dramatisch, in einem Versteck im Wald, ein Förster half bei der Geburt, dass die Eltern und weitere Jüdinnen und Juden überhaupt noch am Leben waren, verdanken sie der Menschlichkeit einer jungen Polin, die als Haushälterin Zwangsarbeit leistete, und eines deutschen Majors der Wehrmacht.
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Diese beiden, Irena Gut und Eduard Rügemer, hatten die vom Massenmord bedrohte Gruppe aus dem Ghetto von Tarnopol geschmuggelt und versteckt, zunächst in der Villa des Majors, dann, aus Angst vor Entdeckung, in einem nahegelegenen Wald. Dort tauchte die Gruppe unter und lebte in einer Atmosphäre der Unsicherheit und der Angst.“
Roman Haller, Sohn polnischer Holocaust-Überlebender kam 1945 nach München in die Stadt der Täter und wird hier später Unternehmer. Er verdrängt seine Geschichte nicht, ist Zeitzeuge und berichtet darüber. Auch, dass seine Eltern Ida und Lazar Haller die Absicht hatten in die USA auszuwandern. Es kam anders – sie blieben. Nichts beschönigend schildert Roman Haller, wie das Leben trotz aller widrigen Umstände in der bayrischen Metropole München weiter ging. Sein Buch ist mehr als ein autobiografischer Bericht, es verbindet über das persönlich Erlebte mit historischen Perspektiven, leistet damit einen wichtigen Beitrag zur deutsch-jüdischen Nachkriegsgeschichte.
khw
Roman Haller: Vom Überleben ins Leben
Eine jüdische Biografie im München der Nachkriegszeit
Allitera Verlag, München 2025
144 Seite – zahlreiche Fotos – 20,00 EUR
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