|
28.01.2026
|
|
Alexander Steinbach / Alfred Schwarz (Hg.): ÜBER MORGEN
Hilft uns heute das Gestern? ORF-Reporter:innen in Dialogen auf vier Kontinenten
|
Im Vorwort schreibt Andreas Pfeifer u. a.: »Wir sind in einer Welt der Willkür angelangt. Und die Drift ins Autoritaristische und Autoritäre, die mit großen Schritten über die große Bühne und Krisen, Krieg und Konflikte zieht, bewegt und verändert - in kleinen Schritten - auch die Binnenstruktur europäischer Demokratien. Italien wird von einer Postfaschistin regiert, in Deutschland wurde die AfD zur zweitstärksten Partei gewählt, deren Schwesterpartei FPÖ rangiert in Österreich auf dem ersten Platz. Solche Veränderungen, dafür spricht vieles, werden nachhaltig sein. Doch die Halbwertzeiten der Fakten und der Fiktionen schrumpft. Der Journalismus, der selbst in den Malstrom ökonomischer, technologischer und politischer Bevormundung geraten ist, schafft es kaum noch, einen schlüssigen Erzählstrang von Politik zu flechten, die gestern etwas versprochen hat, heute dessen Gegenteil tut und morgen das Vorgestrige zur Zukunft erklärt.«
Das Buch wurde von Auslandskorrespondentinnen und Auslandskorrespondenten des ORF (Österreichischer Rundfunk Fernsehen) geschrieben, die über unterschiedliche Personen aus Europa, Afrika und den Vereinigten Staaten in Nordamerika berichten. Es sind Themen unserer Zeit, von Migration, Medienwandel, Bildung, Politik, Klima, Demokratie bis zur Religion. Der Horizont erstreckt sich von Berlin, Moskau, Wien, Nairobi, Tokyo, Washington bis Mexico City. Sie eröffnen einen bereiten Blick auf die Probleme heute.
|
Für seinen Beitrag »Die Welt von übermorgen - retten wir die Welt von gestern?« fragt Alexander Steinbach den japanischen Sozialphilosophen Kenichi Mishima, der Abhandlungen über Kant, Nietzsche, Benjamin Adorno und Habermas publiziert, zur Migration. Kenichi Mishima antwortet: »Ich würde sagen, dass Migration prinzipiell für jede Gesellschaft von Vorteil sein kann.« Lassen sie mich ein paar Beispiele anführen: Was wäre aus den germanischen Stämmen geworden ohne kulturelle »Invasion« der jüdisch-christlichen Denktradition und damit auch des Kulturguts aus der griechisch-römischen Antike? Die Scholastik wäre nicht entstanden ohne Beitrag der islamischen Gelehrten zur Übersetzung der griechischen Texte! Wie hätte das alte japanische Staatswesen ausgesehen ohne »Entwicklungshelfer« von der koreanischen Halbinsel?
Das lesenswerte Buch räumt auch mit Vorurteilen auf.
khw
Alexander Steinbach / Alfred Schwarz (Hg.): ÜBER MORGEN
Hilft uns heute das Gestern?
ORF-Reporter:innen in Dialog auf vier Kontinenten
Mandelbaum Verlag, Wien 2025
228 Seiten - Broschur - 22,00 EUR
|
|
 |
|
|