25.01.2026
Alexander Walther: Die Shoah und die DDR
Akteure und Aushandlungen im Antifaschismus

Das Buch untersucht den Umgang mit der Erinnerung an die Shoah in der DDR, nur das Wort wurde hier nicht verwendet. Der Autor wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität in Erfurt und Jena, fragt überlebende, ob und wie sie ihre Erfahrungen als Juden im Staat thematisieren konnten, auch welchen Platz sie dabei einnehmen konnten. Seine Arbeit beginnt mit Schilderungen der Aktivitäten gleich nach Kriegsende, der bedingungslosen Kapitulation am 8. Mai 1945. Im zweiten Teil geht es um die Personen, die 1937 nach Palästina oder in andere Staaten emigrierten ab 1946 erst in die Sowjetisch Besetzte Zone (SBZ), später dann ab 1949 in die Deutsche Demokratische Republik zurückkamen.

Der Schriftsteller Arnold Zweig kehrte nach Deutschland zurück, als ihm Großbritannien das Visum für die Einreise verweigerte. Die Einladung, von Johannes R. Becher ausgestellt, erreichte ihn während seines Aufenthalts in Prag, nahm er an. Aus Arnold Zweig einem preußisch-national Gesinnten wurde während des Ersten Weltkrieg ein Pazifist. Der Aufbau-Verlag ermöglichte ihm nach seiner Rückkehr, dass seine Arbeiten wieder erscheinen konnten.

Einer der jüngeren Personen, die über jüdische Geschichte in der DDR berichtet, war der Journalist Heinz Knobloch. Das Buch über „Herr Moses in Berlin“ macht ihn 1979 bekannt. Aus Anlass des 50. Jahrestages des Novemberpogrom zur Geschichte des Judentums in Deutschland in der DDR fand die erste Ausstellung statt. Die Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden war jahrzehntelang in der DDR kein Thema wurde vernachlässigt. Trotzdem gab es jüdisches Leben in der DDR. Das Buch ist als Band 7 in der Reihe „Buchenwald und Mittelbau-Dora Forschung und Reflexionen“ erschienen.
khw


Alexander Walther: Die Shoah und die DDR
Akteure und Aushandlungen im Antifaschismus

Wallstein Verlag, Göttingen
566 Seiten – zahlreiche Fotos – 44,00 EUR