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25.01.2026
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Giovanni Boccaccio: Filocolo oder die verschlungenen Wege der Liebe
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Von Moritz Rauchhaus wurde „Filocolo oder Die verschlungenen Wege der Liebe“ aus dem Italienischen übersetzt, schreibt im Vorwort: „Giovanni Boccaccio stellte als junger Student wohl zwischen 1336 und 1338, sein bis dahin umfangreiches Werk fertig und nannte es nach seiner Hauptfigur Il Filocolo. Damit brachte er den ersten Prosaroman in einer europäischen Volkssprache in Umlauf, die heute noch verstanden wird. Boccaccio hat selbstbewusst Neuland betreten, was aus zwei Gründen geradezu revolutionär genannt werden kann: Erstens gab es literarische Texte in er italienischen Volkssprache überhaupt erst seit hundert Jahren, zweitens wählte man im Mittelalter für bedeutsame Stoffe die Versform, auch für Romane. Aber Boccaccio gehörte einer neuen Generation von Dichtern an, die experimentierfreudig für ihre aufblühenden Metropolen schrieben.“
Der Schriftsteller Giovanni Boccaccio wurde 1313 in Certaldo oder Florenz geboren, genauso unbekannt wie sein genauer Geburtsort der Name seiner Mutter. Einige wenige biografische Daten zu seiner Kindheit finden sich in dem Text von Filocolo, die nur andeutungsweise. Wahrscheinlich begann seine Ausbildung im Alter von sechs Jahren in Florenz bei Giovanni Mazzuoli da Strada dem Vater des Dichters Zanobi di Strada.
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Das lateinische spielte am Anfang von Giovanni Boccaccios Schullaufbahn keine große Rolle. Es setzen sich die Interessen des Vaters durch, anstatt der lateinischen Grammatik sollte der Sohn erst die Grundlagen des Rechnens und Buchaltens schnell erlernen. Entweder mit 13 oder spätestens mit 14 Jahren kam er mit seinem Vater nach Neapel, um weiter im Handel, später im Recht ausgebildet zu werden. Hier entstanden auch seine ersten literarischen Arbeiten. Zum Ärger des Vaters setzte er sein Selbststudium fort. Die in Neapel verbrachten Jahre hatten einen großen Einfluss auf die persönliche und intellektuelle Entwicklung Boccaccios. Er erhielt Zugang zum neapolitanischen Hof des Robert von Anjou, seinem späteren literarischen Förderer.
Der Roman „Filocolo“ ist die Liebesgeschichte des spanischen Thronfolgers Florio und der Waise Biancifiore, wachsen gemeinsam auf und verlieben sich. Nur heiraten dürfen sie nicht. Florios Vater verkauft Biancifiore an einen Sklavenhändler. Florio beginnt die Suche nach seiner Geliebten. Nach zahlreichen Irrungen und Wirrungen ist das Paar wieder vereint. Mit seiner Geschichte zeigt Boccaccio die unerschöpflichen Möglichkeiten des Romans.
Insgesamt ist der Roman Filocolo in 55 – teilweise fragmentarischen – Manuskripten überliefert und wurde bis 1500 elfmal gedruckt. Die vorliegende Übersetzung gibt den Roman ungekürzt wieder. Erschienen als Doppelband 485/486 in „Die andere Bibliothek“.
khw
Giovanni Boccaccio: Filocolo
oder Die verschlungenen Wege der Liebe
Aus dem Italienischen von Moritz Rauchhaus
Die Andere Bibliothek – Aufbau Verlage, Berlin2025
858 Seiten - gebunden - 68,00 EUR
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