30.04.2024
Jonathan Eig: MARTIN LUTHER KING – Ein Leben

Der Autor Jonathan Eig, geboren am 26. April 1964 in Brooklyn, New York, in Monsey New York aufgewachsen, er ist Journalist und Biograph. Mit 16 Jahren begann er für die Zeitung in Monsey zu schreiben, besuchte die Medill School of Journalism der Northwestern University das er 1986 mit einem Bachelor-Abschluss beendete. Danach arbeitet er als Nachrichtenreporter für die New Orleans Times-Picayune, die Dallas Morning News, das Chicago Magazine und das Wall Street Journal. Als Freiberufler arbeitete er für die New York Times, die Washington Post und die Online-Ausgabe von The New Yorker. Lebt mit seiner Familie in Chicago.

Jonathan Eig hat über dem gewaltigen Prediger und Friedenspreisträger Martin Luther King Jr. die erste umfassende Biografie geschrieben, er unternimmt den Versuch, King mit all seiner Komplexität zu erfassen, was ein Großes Unterfangen ist. Auf über 700 Seiten erzählt der Autor nicht nur, es entsteht auch ein menschliches Bild des Bürgerrechtlers, dem Baptistenprediger aus Atlanta im US-Bundesstaat Georgia. Atlanta spielte bereits während des amerikanischen Bürgerkriegs eine große Rolle, besonders seitdem Erstarken der Bürgerrechtsbewegung ab den 1960er Jahren. Die Biografie von Jonathan Eig räumt auch mit Missverständnissen auf.

Martin Luther King wurde am 15. Januar 1929 in Atlanta als Michael King jr. geboren. Sein Vater war vor seiner Tätigkeit als Pfarrer Hilfsmechaniker in einer Autowerkstatt und Feuerwehrmann bei einer Eisenbahngesellschaft. Nach seiner Europareise 1934 zum in Berlin stattfindenden baptistischen Weltkongress änderte King sen. zu Ehren von Martin Luther, für den er eine große Bewunderung hat, seinen Namen und dem vom Sohn in Martin Luther King.

Wie alle Schwarzen wurde auch er durch die Rassentrennung in den Südstaaten der USA diskriminiert. Diese trennte alle Bereiche des täglichen Lebens in schwarz und weiß: Schulen, Kirchen, öffentliche Gebäude, Busse und Züge, selbst Toiletten und Waschbecken. Das empfand King Jr. schon früh als eine große Ungerechtigkeit.

Seine erste Stelle als Pastor hat King jr. in Montgomery im Bundesstaat Alabama. In den Südstaaten waren zwischen 1871 und 1964 mit dem Jim-Crow-Law die Rassentrennung von schwarz und weiß für alle Bereiche festgeschrieben. Im Dezember 1955 weigert sich die Schneiderin Rosa Parks in einem Linienbus in Montgomery ihren Platz für einen weißen Fahrgast zu räumen. Rosa Parks wurde festgenommen. Das war der Anlass zum Boykott der Busse in Alabama durch die schwarze Stadtbevölkerung. Martin Luther King war vor Ort und wurde zur Stimme des Busboykotts. Rosa Parks Geschichte und der Lynchmord an der 14-jährigen Schülerin Emmett Till in Mississippi 1955 wird zur Geburtsstunde der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Martin Luther King jr. ist ständig Drohungen und Angriffen ausgesetzt. Der faschistische Ku-Klux-Klan im weißen Gewand verbrannte vor seinem Haus ein Kreuz. Den Angriff einer geistig verwirrten Frau, die ihm 1958 einen Brieföffner in die Brust rammt, überlebt er. Er wurde 29 Mal festgenommen, wurde ins Gefängnis eingesperrt, da er nicht bereit war die Kaution oder die Strafe zu bezahlen. Seine Pastorenstelle in Montgomery kündigt King jr. 1960 und teilt sich mit seinem Vater das Pastorat an der Ebenezer Baptist Church in Atlanta zu teilen. Am 8. November 1960 gewann der Demokrat John F. Kennedy die Wahl zum Präsidenten der USA gegen den Republikaner Richard Nixon im Verhältnis von 303 zu 219 der Wahlmänner. Es waren die schwarzen Wähler die Kennedy zum Wahlsieg verhalfen.
Das Bild, das von Martin Luther King weltweit prägt, ist der Marsch auf Washington am 28. August 1963 für Freiheit und Arbeit und seine Rede vor den 250000 Teilnehmern: „I have a Dream“. King war der letzte Redner legte das Manuskript zur Seite und sagte: „It is a dream rooted in the American Dream …“ übersetzt: „Es ist ein Traum, der im amerikanischen Traum verwurzelt ist.“

Er forderte für die Afroamerikaner alle Werte ein, somit eine ökonomische und politische Gleichstellung aller Amerikaner ein. Ein Jahr später unterzeichnete US-Präsident Lyndon B. Johnson den Civil Rights Act, das Bürgerrechtsgesetz. Den Voting Rights Act, das Wahlrechtsgesetz wurde erst nach Protestmärschen im Land, vom Kongress verabschiedet. Martin Luther King erhielt 1964 den Friedensnobelpreis in Oslo verliehen.

King ist in Memphis, um sich nochmal für die soziale Gleichberechtigung einzusetzen, auch um Streikende zu unterstützen. Am 4. April 1968 steht Martin Luther King auf dem Balkon im zweiten Stock des „Lorraine Motel“ wird hier um 18:01 Uhr Ortszeit von einer Kugel tödlich getroffen. Seine Familie, die Staaten, die Welt erfuhren vom Attentat in Memphis das eine Stunde im Fernsehen. Lesenswert
khw


Jonathan Eig: Martin Luther King – Ein Leben
Aus dem Englischen von Sylvia Bieker und
Henriette Zeltner-Shane

DVA in der Penguin Random House
Verlagsgruppe, München 2024
750 Seiten – zahlreiche sw-Fotos – 34,00 EUR