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Hamburger Korrespondenz im März 2026
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Der Hamburger Reedereikonzern Hapag-Lloyd bereitet einen Mega-Kauf vor
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Deutschlands größte Reederei Hapag-Lloyd, die Hansestadt Hamburg hält eine Beteiligung an ihr, will mit ZIM-Linie größer werden. Im Jahr 2014 übernahm Hapag-Lloyd die chilenische Compañia Sud Americana de Vapores (CSAV). Die arabische Reederei United Arab Shipping Company (UASC) wurde am 27. Mai 2017 übernommen. Diese Reederei ist eine Gründung im Juli 1976 von Kuwait gemeinsam mit den Staaten Bahrain, Irak, Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Im Februar teilte Hapag-Lloyd mit, dass Verhandlungen zum Erwerb aller Anteile an der israelischen Reederei Zim Integrated Shipping Services Ltd. (ZIM) bestehen. Auf Grundlage besonderer Rechte bedarf es aber beim Erwerb die Zustimmung des Staates Israel. In Schifffahrtskreisen geht man davon aus, dass es zur Übernahme durch die Hamburger Reederei kommen wird.
Die israelische Reederei ZIM steht derzeit unter großen Druck wegen ihrer Beteiligung an Waffengeschäften für Israel. Das führte stets zu Schlagzeilen im Zusammenhang von Proteststreiks der Hafenarbeiter, die sich weigerten für die ZIM-Reederei tätig zu werden. Nach einem Beitrag der Zeitung »Times of Israel« soll der Kauf mehr als 3,5 Milliarden US-Dollar betragen. Dabei werden die staatlichen Sonderrechte weiter bei dem israelitischen Finanzinvestor FIMI Opportunity Funds verbleiben. Sofort nach dem Bekanntwerden der ersten Verkaufsgerüchte im Herbst letzten Jahres hat der ZIM-Betriebsrat sich gegen einen Verkauf ausgesprochen. Seit der Übernahme der UASC besitzt die katarische Investmentgesellschaft 12,3 Prozent und der saudische Public Investment Fund (PIP) 10,2 Prozent der Hapag-Lloyd Aktien, das für ein großes Risiko gehalten wird.
Wenn die Übernahme der ZIM zustande kommt, wird die Hamburger Reederei im Ranking der Containerreedereien gestärkt. Derzeit steht Hapag-Lloyd hinter der Mediterranean Shipping Company (MSC) in Genf, der Mærsk Reederei in Kopenhagen, der CMA CGM in Marseille und der Cosco in China auf dem 5. Platz. Erst dann folgen die Reedereien ONE aus Singapur, Evergreen aus Taiwan, HMM aus Südkorea und Yang Ming aus Taiwan.
Bereits jetzt sind die Arbeiter und Angestellten der ZIM in den israelischen Hafenstädten Haifa und Ashdod in einen Streik getreten. Nach wie vor wird eine geplante Fusion mit der Hamburger Reederei abgelehnt, man befürchtet den Verlust von Arbeitsplätzen. So werden keine Schiffe abgefertigt. Nach Berechnungen des Betriebsrats werden bei dem Verkauf an Hapag-Lloyd von den 1000 Beschäftigten 900 ihren Arbeitsplatz verlieren.
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Hapag-Lloyd Schiff NORFOLK EXPRESS
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Nach wie vor ist Hapag-Lloyd entschlossen, 100 Prozent der ZIM-Aktien für 35 US-Dollar pro Anteilsschein in einem Gesamtvolumen von Milliarden US-Dollar zu erwerben. Der Ausgegliederte israelitische Staatsanteil der ZIM soll an größten Private-Equide-Fonds des Landes, der FIMI Opportunity übereignet werden. Mit modernen Schiffen ausgerüstet soll die »New ZIM« die strategisch wichtigen Häfen anlaufen.
Aber ob es zu diesem Deal kommt, ist nach wie vor offen. Fraglich ist auch, wie auf eine Reederei mit israelischer Beteiligung reagiert wird.
khw |
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