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Hamburger Korrespondenz im Januar 2026
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Bundesweiter Aktionstag gegen die Wehrpflicht mit und ohne Lotterie
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Der Streik der Schüler am 5. Dezember gegen eine kommende Wehrpflicht lässt hoffen, dass der Protest in der Bundesrepublik, die Bereitschaft zum Krieg spielen abnimmt. Von Augsburg bis Wiesbaden lässt es hoffen, dass die Pläne der Schwarz/Roten Bundesregierung scheitern werden. Es ist seit langer Zeit wieder einmal, dass sich die Jugendlichen politisch melden. Es hat den Anschein, als ob die politischen Jahre wie in den 80er des letzten Jahrhunderts, nun wieder mehr werden.
Darum geht es. Die allgemeine Wehrpflicht wurde durch Beschluss des Bundestages am 24. März 2011 ausgesetzt. Mit Wirkung zum 1. Juli 2011 ist sie nicht komplett abgeschafft, sie ruht nur und kann bei Bedarf wieder aktiviert werden. Gleichzeitig wurde der freiwillige Wehrdienst eingeführt.
Die Geschichte des Militärdienstes begann vor 231 Jahren. Eines der ersten Länder, welches die Wehrpflicht einführte, war Frankreich. Die »Levée en masse« (übersetzt Masse heben) verpflichtete 1792 alle unverheirateten Männer zwischen 18 und 25 zum Kriegsdienst. In kurzer Zeit hatte das französische Heer eine Größe von einer Million Soldaten. In Deutschland wurde erst nach der Reichsgründung unter Führung von Preußen 1871 die allgemeine Wehrpflicht eingeführt. Alle Männer mussten ab dem 20. Lebensjahr sieben Jahre als Soldat im Militär dienen, danach als Reservist in der Landwehr. Alle wurden auf den preußischen Kaiser verpflichtet. Bei den Nationalsozialisten ab 1935 wurde die allgemeine Wehrpflicht auf ein Jahr, dann auf zwei Jahre verlängert. Deserteure und Kriegsdienstverweigerer kamen ins Gefängnis oder ins Konzentrationslager.
Die Bundeswehr wurde am 12. November 1955 mit der Ernennung der ersten 101 Freiwilligen in Bonn gegründet. Das am 200 Geburtstag von Gerhard Johann David von Scharnhorst, dem ehemaligen Kriegsminister des Königreich-Preußen. Der Offizierschor der Bundeswehr bestand aus Weltkriegs II. Teilnehmern, ihre Tätigkeit bei den Eroberungskriegen im Westen wie gegen die Sowjetunion im Osten, war kein Hinderungsgrund. Durch den Beitritt der BRD zur NATO wurde häufig bei den neuen Soldaten einiges übersehen. Der Verteidigungsminister Theodor Blank war Mitglied der CDU und war bis zum Verbot 1933 Mitglied der christlichen Gewerkschaften. Der Aufbau der Bundeswehr geschah im Kontext des Kalten Krieges, Ausrüstungshilfe von den USA und Großbritannien. Noch immer unterhalten die US-Streitkräfte trotz Souveränität der Bundesrepublik Flugplätze wie Manövergelände.
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Am 5. Dezember 2025 Schulstreik in Hamburg
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Wie beim Übergang vom Kaiser-Reich zur Republik – so wie damals, so auch heute – sind Sozialdemokraten daran beteiligt. Während der Novemberrevolution 1918 hatte der Sozialdemokrat Gustav Noske, ein Experte für Militär-, Marine- und Kolonialfragen, einen mäßigen Einfluss auf die Revolutionäre aus. Er schlug alle kommunistischen, auch den Spartakusaufstand mit ´Hilfe der republikfeindlichen Freikorps blutig nieder. Als Dank dafür wurde er der erste Reichswehrminister.
Ähnliches wieder holt sich heute mit dem Sozialdemokraten Boris Pistorius, geboren am 14. März 1960 in Osnabrück. Der Jurist, nach Innenminister von Niedersachsen, wird nach dem Rücktritt der Sozialdemokratin und Verteidigungsministerin Christine Lambrecht am 19. Januar 2023 als neuer Verteidigungsminister vereidigt. Diese Aufgabe übernimmt Pistorius auch im Schwarz/Roten Kabinett von Friedrich Merz mit seinem Motto »Wir müssen kriegsfähig werden«. Dieser Spruch war unter anderem Anlass, warum die Schülerinnen und Schüler die Wehrpflicht in allen Facetten ablehnen. Das ist auch gut so.
khw |
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