22.12.2025
FRANCISCO FRANCO - der spanische Faschist

FRANCISCO FRANCO der spanische Faschist drückte für Jahrzehnte den Spaniern seine Sicht auf.
Francisco Franco Bahamonde wurde am 4.12.1892 im galicischen El Ferrol, einer Hafenstadt am Atlantik geboren. Nach seiner militärischen Ausbildung entwickelte er sich in Spaniens Kolonie Marokko zum talentierten und erbarmungslosen Offizier machte sich nicht nur beim Militär einen Namen. Bereits mit 33 Jahren war er 1926 in Europa der jüngste General. Große Teile der Bevölkerung erhoben sich gegen König ALFONSO XIII, es wurde die spanische Republik ausgerufen. Die Rechte - Adelige, Großgrundbesitzer, Militär, katholische Kirche, großbürgerliche Kreise - taten alles gegen die Republik. Zum Höhepunkt wurde der revolutionäre Bergarbeiterstreik von Asturien im Oktober 1934, der blutig vom Militär niedergeschlagen wurde. Zum Vorwand für den Bürgerkrieg nahmen die Generäle die Ermordung des rechtskonservativen Politikers José Calvo Sotelo am 13. Juli 1936. Das war das Momentum von Franco, er hielt sich in den ersten Monaten des Bürgerkriegs zurück, brachte aber die Kontrolle über die Armee an sich. Bereits am 1. Oktober ließ er sich zum »Regierungschef des spanischen Staates« mit allen Vollmachten ernennen. Eine vorgesehene Einschränkung nur bis zur Dauer kam nicht mehr vor. Nach dem Ende des Bürgerkriegs nannte er sich Generalísimo, führte auch den offiziellen Titel: »Su Exelencia el Jefe de Estado« (Seine Exzellenz, das Staatsoberhaupt).

Dazu Till Köstler, Professor für historische Bildung, auf der Grundlage neuer Erkenntnisse über den Diktator eine lesenswerte Biografie über den Mann geschrieben.

Den Franquismus als Ideologie zu bestimmen, ist schwer, setzt er sich aus verschiedenen rechten und extremrechten Strömungen zusammen, hat auch starke katholische Einflüsse. Die faschistische Partei die Falange, 1933 von José Antonio Primo de Rivera gegründet, kam erst nach seinem Märtyrertod Primo in Schwung und wurde zu einem festen Bestandteil des Franquismus.

Der Bürgerkrieg wurde von der katholischen Kirche wie vom Franco-Militär auch als Kreuzzug gegen die Roten, sag Republikaner, gesehen. Für die Republik kämpften nur die Internationalen Brigaden, Kommunisten, Sozialisten, Gewerkschafter, Liberale und Juden aus Palästina. Für Franco kam das Militär aus Deutschland und Italien, sie brachten ihre Waffen vom Flugzeug bis zum Panzer, U-Boot und Schlachtschiff gleich mit. Der Luftkrieg wird mit aller Härte geführt. Am 26. April 1937 erfolgt der Luftangriff auf die baskische Stadt Guernica, auf Baskisch Gernika. Beteiligt war unter der Führung von Wolfram von Richthofen die deutsche Legion Condor und von den Italienern die italienische Aviazione Legionaria. Der Angriff erfolgte an einem Markttag der Stadt. Die genaue Zahl der Opfer ist bis heute umstritten. Die baskische Regierung nannte 1600 Tote, Historiker nennen 300. Die Nazidiplomatie bestreitet jegliche Schuld der Piloten der Legion Condor, Franco bezeichnete den Präsidenten der Baskischen Republik José Antonio Aguirre als Schuldigen. Das sich dieses Verbrechen Hitlers in das Gedächtnis eingebrannt hat, ist der Arbeit von Pablo Picasso zu verdanken. Den Auftrag dazu gab ihm der spanische Schriftsteller Max Aub als Kulturattaché der Spanischen Republik in Paris. In Exil in Mexiko schrieb Aub eine sechsbändige Geschichte über den Spanischen Bürgerkrieg. Für den exilierten Filmregisseur Luis Buñuel verfasste er Drehbücher.

Das Guernica Bild ist eine Arbeit in schwarzen, grauen und weißen Farbtönen, die den Schrecken des Bombardements zeigen, somit eine Anklage gegen jeden Krieg. Nach dem Ende der Franco Diktatur hat das Picasso-Bild endlich im Museum Reina Sofia in Madrid seinen endgültigen Platz gefunden.

Im April 1937 gelang es Franco ideologisch Falange, Karlisten, monarchistische und konservative Parteien die Partei Falange Española Trandicionalista y de las Juntas de Ofensiva Nacional Sindicalista (FET y de las Jons) zu gründen, die nach dem Sieg von Franco über die spanische Republik am 19. Mai 1939 zur einzigen legalen Partei wurde.

Erschreckend ist es heute noch, das weder Frankreich noch Britannien nennenswerte Hilfe für die bedrängte spanische Republik gab. Der Krieg sollte auch zur eine spirituelle Erneuerung Spaniens führen. Auch diese Moralkampagne stieß an Grenzen. So duldete das Franco-Regime im Bürgerkrieg sogar die Prostitution im Umkreis ihrer Soldaten. Selbst dort, wo die Franco-Putschisten die Macht übernahmen, bot sich ein ähnliches Bild.

Die Schlacht um Belchite zwischen dem 24. August und 7. September 1937 führte zur vollständigen Zerstörung der Stadt. Die Republikanischen Truppen unternahmen einen Versuch die von Francos Truppen gehaltene Stadt zu erobern, scheiterten aber. Diese Schlacht verwandelte Belchite in eine Ruinenlandschaft. Das war der Anlass, dass der Generalstab der Republik nach Barcelona verlegt wurde. Belchites Ruinen überlebten das Franco-Regime und sind damit heute ein letztes Zeugnis des spanischen Bürgerkrieges.

Im Oktober 1938 löste die Republik auf Druck die Internationalen Brigaden auf. Unter den Einfluss der italienischen Berater und dem Erfolg bei Ebro-Schlacht entschied sich Franco mithilfe massiver Luftangriffe Katalonien und damit Barcelona zu erobern. Am 29. Januar 1939 nahmen Francos Truppen die Stadt ein. Es kam zu Massenflucht von Spanier und Soldaten der Republikanischen Armee. Es flohen etwa 400 000 Personen. Der Spanische Bürgerkrieg, der im Juli 1936 begann, endet mit Francos Sieg im April 1939, forderte bis zu einer halben Million Todesopfer. Bis heute sind nicht alle Toten geborgen und bestattet. Die Putschisten verscharrten ihre Ermordeten namenlos in den Weiten Spaniens.

In La Jonquera in Katalonien nahe der französischen Grenze wurde das Museum »Museu Memorial de'Exili« gebaut, das an das Exil der spanischen Republikaner nach dem Bürgerkrieg erinnert, das besonders an die sogenannte »Retirada« (spanisch Rückzug) 1939, bei der 500.000 Menschen nach Frankreich flohen. Es zeigt die Internierung in Frankreich, den Kampf der Résistance und die Haft im KZ Mauthausen.

Mit seinem Sieg begann Franco eine brutale gewaltsame Neuordnung des Landes, Kommunisten, Sozialdemokraten und Liberale werden Weggesperrt in Konzentrationslager, müssen die Aufarbeit leisten oder Projekte wie das Valle de los Caídos zum Ruhm Francos errichten, das Till Kissler detailliert beschreibt.

Am 23. Oktober 1940 kommt es zum Treffen mit Adolf Hitler in Hendaye an der spanisch-französischen Grenze. Fazit des Gesprächs: Francisco Franco tritt nicht der Achse Berlin-Rom ein. Auch nicht nach dem Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941. Zum Dank für Hitlers Hilfe im Bürgerkrieg stellt er die Blaue Division als Kampftruppen gegen den Bolschewismus am 24. Juni 1941 bereit. Die rund 17000 Spanier Soldaten werden auf Hitler und den Kampf gegen den Kommunismus vereidigt.


Das Volk verteidigt die Republick


Guillena - 17 Rosas - 1937 wurden von den Franquisten in Guillena 17 Frauen ermordet


Denkmal für die getötetem Verteidger von TARIFA


Gedenkplatte für 4 Franco Opfer



Valle de los Cíados
Mit dem Ende des Bürgerkriegs entwickelte sich Spanien zu einer faschistischen Diktatur, die nicht mit dem Tod Francisco Franco am 20. November 1975 endet. Das Foto für die Journaille vom toten Diktator fotografierte sein Schwiegersohn, der Herzchirurg Cristóbal Martínez-Bordiú.

Der Diktator war sehr früh um das Nachleben seines Regimes bedacht und hatte bereits 1947 Juan Carlos de Borbón zu seinem Nachfolger bestimmt. So wurde bereits 2 Tage nach dem Tod des Diktators sein Wunsch Juan Carlos als Nachfolger vom spanischen Pseudoparlament der Cortes bestätigt. Der König von Francisco Francos Gnaden schwor auf die Prinzipien der Nationalen Bewegung - also des Franquismus - einzuhalten. Juan Carlos musste 2014 wegen Korruption abdanken, lobte in seinen jüngsten Äußerungen noch immer Franco. So schwebt noch immer Francisco Francos Schatten über Spanien.
khw


Till Kössler:
FRANCO - Der ewige Faschist - eine Biografie

Verlag C. H. Beck, München 2025
zwölf Abbildungen und zwei Karten
367 Seiten - 28,00 EUR