27.01.2025
Der Signa-Gründer René Benko sitzt in U-Haft

Am 23. Januar 2025 wurde René Benko in Innsbruck wegen Tatbegehungs- und Verdunklungsgefahr verhaftet.

Beantragt hat die Verhaftung die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft. Ein Haftrichter innerhalb von 48 Stunden entscheiden, ob der 47-jährige Signa-Gründer in Untersuchungshaft kommt oder nicht. In den frühen Morgenstunden war Benko in seiner Villa in Innsbruck-Igls von Kriminalbeamten festgenommen worden, ins Polizei Gewahrsam gebracht das aufgrund der Festnahmeanordnung der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA). Nach der Überstellung in eine Justizvollzugsanstalt hat das Gericht 48 Stunden Zeit um über den Antrag der WKStA auf Vollzug der U-Haft zu entscheiden. Die Festnahme stellt den vorläufigen Höhepunkt im Ermittlungsverfahren um Benko und die Signa-Pleite dar, was vor 13 Monaten mit der ersten Pleite einer Signa-Gesellschaft begann. Benkos Verhaftung erfolgte da es sich hier um Verschleierung von Vermögen geht. Damit hat er die Gläubigerinnen und Gläubiger geschädigt und das als bereits das Insolvenzverfahren lief. Damit besteht aus Sicht der WKStA Verdunklungs- wie auch Tatbegehungsgefahr. Das sind neben der Tatverdacht genügend Gründe für eine U-Haft. Benko hat diese Vorwürfe immer wieder bestritten.

Im Fall Signa geht es um die Rolle von Benko, der offiziell keine Funktion in dieser Gruppe ausübte, auch nicht in der von ihm gegründeten Privatstiftung, die WKStA ein Machthaber und wirtschaftlich Berechtigter der Laura-Privatstiftung sein soll, das habe er in einem persönlichen Insolvenzverfahren verheimlicht.

Seitdem Frühjahr 2024 war Benko auch als Unternehmer insolvent. Dieses Verfahre läuft seitdem in Innsbruck.

Das ist ein tiefer Fall von René Benko das »Handelsblatt« 2018 zum Strategen des Jahres ernannte. Nun ist der Mann einer der 1004 Häftlinge in der Justizanstalt Wien Josefstadt einsitzen das von Insider das »Graue Haus« nennen. Bereits im Jahr 2006 taucht sein Name in Italien bei Ermittlungen im Zusammenhang mit Geldwäsche auf.

Geschickt verstand Benko es bekannte Namen aus Politik und Wirtschaft in seine Pläne einzubinden. Dazu gehört der ehemalige SPÖ-Kanzler Alfred Gusenbauer wie die ehemalige Vizekanzlerin der Susanne Ries ehemals beheimatet in der FPÖ. Dazu gehörte der ehemalige Ex-Banker Karl Sevelda von RBI und Karl Samstag von der Bank Austria. Aber auch zur Österreichischen Volkspartei (ÖVP), hier besonders zum ehemaligen jüngsten Regierungschef Sebastian Kurz.

Wann der Prozess gegen René Benko beginnt ist noch nicht abzusehen, mit seiner Verhaftung ist der Anfang gemacht, dazu gehört auch die Prozessdauer, die Jahre dauen kann.
khw

René Benko in U-Haft


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