01.03.2019
Hamburger Korrespondenz im Februar 2019


Die «Hamburger Morgenpost» - auch Mopo genannt, steht offenbar vor einem Verkauf. Das Branchenmagazin «Horizont» will erfahren haben, das der derzeitige Besitzer, die Mediengruppe DuMont in Köln, sich von allen Regionalzeitungen trennen will. Neben dem Traditionsblatt «Kölner Stadtanzeiger» kam nach der Wende verspätet die «Berliner Zeitung» hinzu.

Eine Münchener Finanzgesellschaft soll den Käufer finden. Heftig ist die Kritik der Gewerkschaften an den DuMont Plänen. Der Plan ist ein «verlegerischer Offenbarungseid». Die Gewerkschaft fordert eine umfassende Information der Beschäftigten. Zu den Zeitungen, die verkauft werden, gehören die Boulevardzeitungen «Kölner Express» und «Berliner Kurier». Verkauft werden sollen auch Zeitungsdruckereien. Heinrich Braune war der erste Chefredakteur der «Hamburger Morgenpost», die erstmalig am 16. September 1949 erschien. In der Ära Braune hatte die Morgenzeitung eine Auflage von 469.000 Exemplaren.

Eine repräsentative Umfrage, in diesen Tagen veröffentlicht, zeigt veränderte Machtverhältnisse in Hamburg. Wäre die Wahl zur Hamburger Bürgerschaft bereits am kommenden Sonntag, dann müsste die SPD deutliche Verluste hinnehmen. Wie eine repräsentative Meinungsumfrage des Institut infratest dimap ergab, verliert die SPD seit der letzten Bürgerschaftswahl 2016 14.6 Prozentpunkte. Das entspricht etwa einem Drittel der SPD-Stimmen. Trotz der starken Einbussen hat die rot-grüne Regierungskoalition weiter eine klare Mehrheit von 53 Prozent. Die Grünen in der Stadt, trotz des Kohlekraftwerks in Moorburg - die Partei stimmte in ihrer Mitregierungszeit mit der CDU - zu, kommt nun auf 22 Prozent. Die Prozentzahlen für die in der Bürgerschaft vertretenden Parteien: die CDU stagniert bei 17 Prozent, Die Linke steht bei 10 Prozent, die FDP und AfD beide bei 8 Prozent.

Waren es 2018 „nur“ 220 Kreuzfahrtschiffe, die den Hafen Hamburg anliefen, sind bereits für 2019 223 Schiffe gemeldet. Hamburg hofft, dass bis Ende des Jahres 1 Millionen Kreuzfahrtgäste die Hansestadt aufsuchen.
Der Problematik, die die Kreuzfahrtschiffe nach Hamburg bringt, war Thema NDR Fernsehen am 25. Februar 2019. Der Beitrag mit dem Titel «Dreckige Luft vom Traumschiff» zeigt wie diese „Traumschiffe“ mit ihren Russfahnen die Umwelt verpesten. Darunter hat ganz Norddeutschland zu leiden, das haben Wissenschaftler festgestellt. Und nun soll noch ein viertes Kreuzfahrtterminal, ein zweites in der HafenCity gebaut werden.

Aus den Schornsteinen der Schiffe kommen als Rauchfahnen u.a. Kohlendioxid, Schwefeldioxid, Stickoxide und Feinstaub, darunter auch der für die Gesundheit gefährliche «ultra-feine Feinstaub». Ursache ist, das die Kreuzfahrtreedereien wie auch die Containerschifffahrt Schweröl als Treibstoff nehmen. Das ist ein Rückstandsöl aus der Destillation, wird auch als Marine Fuel Oil bezeichnet. Das wird zum Antrieb von Kreuzfahrt- und Containerschiffen noch immer verwendet.


khw


Käufer gesucht! Sollen abgestoßen werden:
MOPO, Kölner Stadt-Anzeiger, Berliner Zeitung u.A.


Frommer Wunsch: Wann reduziert sich der Feinstaub?