01.10.2017
Hamburger Korrespondenz im Oktober 2017


Im Bezirk Altona ist der umstrittene Elbe-Radweg in Hamburg-Övelgönne vom Tisch. Mit fast 80 Prozent der abgegebenen Stimmen gab es eine klare Mehrheit der Teilnehmer gegen den Bürgerentscheid in Hamburg-Altona, der 2 Millionen Euro kosten sollte. Damit steht seit dem 18. September 2017 fest, alle Planungen für einen befestigten Weg für Radfahrer zwischen dem Museumshafen Övelgönne und dem Hans-Leip-Ufer am Schröders Elbpark. Das bestätigte nach Auszählung der etwa 81.000 Stimmzettel Liane Metzler, Bezirksamtsleiterin von Altona. An der Abstimmung beteiligten sich etwa 40 Prozent der Altonaer Bürger.

Der Startschuss für die Elbvertiefung ist immer noch nicht Sicht. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat ab November neue Verhandlungstermine. Hier geht es um Klagen von Privatpersonen aus den Hamburger Stadtteilen Blankenese und Övelgönne. Elbanwohner sind in Sorge, dass der Elbhang in Övelgönne abzurutschen droht, wenn die Elbe weiter vertieft wird. Hier geht es um die Standsicherheit von Gebäuden.

Neben den Klagen der Hamburger Bürger wehren sich auch die Gemeinden Otterndorf und Cuxhaven gegen die Elbvertiefung. Hier geht es um die Frage – wie sicher sind noch die Deiche? Obstbauern aus dem Alten Land klagen, da sie befürchten, dass durch die Elbvertiefung Salzwasser aus der Nordsee weiter stromaufwärts kommt. Damit können die Obstbauern zum Schutz vor einem Nachtfrost die Bäume nicht mehr mit Elbwasser beregnen. Auch Fischer klagen, da sie um ihre Fanggründe fürchten. Die Kläger lassen sich teilweise von Anwälten vertreten, die auch für die Umweltverbände BUND und NABU am Bundesverwaltungsgericht tätig sind.

Die geplante Elbvertiefung ist seit 15 Jahren umstritten. Die Schiffe mit einem Tiefgang bis 13,50 Meter tideunabhängig - bis 14,50 Meter tideabhängig - die Zufahrt zum Hamburger Hafen ermöglichen. Während Hafenwirtschaft und Reedereien die Elbvertiefung für unerlässlich halten, um so die Wettbewerbsfähigkeit vom Hafen Hamburg zu sichern, befürchten die Umweltverbände schwere Nachteile für die Elblandschaft.

Im Juni des Jahres rutschte die Reedereigruppe des Hamburger Unternehmers Bertram Rickmers in die Pleite. In den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts hatte Rickmers das Unternehmen aus eigner Kraft aufgebaut. Dabei hat er nicht mehr als den bekannten Familiennamen, der für eine jahrhundertealte Tradition in der Schifffahrt steht. Von dem Unternehmen seiner Vorfahren war zu dieser Zeit kaum etwas vorhanden. Als ein Charterreeder vermietete Rickmers seine Schiffe an große Reedereien wie die dänische Mœrsk und Hapag-Lloyd in Hamburg. Die Wirtschaftskrise brachte ihn in die bedrohliche Schieflage. Nun hat der Bremer Bauunternehmer Kurt Zech, im Februar kaufte er bereits die Schwergutgesellschaft Rickmerslinie, auch das Kerngeschäft von Rickmers übernommen.

Käufer der Reederei ist ein Konsortium um Kurt Zech, der seit Jahren mit seiner Reedereigruppe Zeaborn aktiv ist. Für einen zweistelligen Millionenbetrag wurden die Aktivitäten des Schiffsmanagements übernommen. Auch in Zukunft soll das Reedereiunternehmen den Namen Rickmers tragen. Mit dieser Lösung muss die HSH-Nordbank dem Unternehmen keine Kredite bereitstellen.

Wahl 2017 – so hat das Volk in Hamburg gewählt: Die Überraschung – bei den Zweitstimmen überholt die CDU in allen 6 Hamburger Wahlkreise die SPD. In Hamburg Nord verliert die SPD das Direktmandat an die CDU. Die Zweitstimmen der 1276 Wahlkreise der Hansestadt zusammengezählt:
CDU 27,2 %, SPD 23,5%, Grüne 13,9 %, Linke 12.2 %, FDP 10,8 % und die AfD 7,8 %. Dazu schreibt Jacob Augstein im Blatt aus Hamburg: «Nazis drin».
khw

Plakat für den Strandweg


Elbe - Tiefstaak


Das Blatt aus Hamburg


Mit der Wanne auskippen


Reste vom 24. September